Kosten

Was kostet das MPU-Gutachten?

Zwischen 600 und 1.100 Euro, je nach Anlass. Interessanter als die Zahl ist aber die Frage, was du dafür bekommst — und was trotzdem noch dazukommt.

Von MPU Nothilfe · Stand 29. August 2026 · Lesezeit rund 7 Minuten

Das Wichtigste in Kürze
  • Punkte-MPU600 bis 1.000 Euro
  • Alkohol- oder Drogen-MPU750 bis 1.100 Euro
  • Enthaltenalle drei Untersuchungsteile plus das schriftliche Gutachten
  • Wichtigdie Gebühr ist auch bei negativem Ergebnis fällig

Inhalt:

Was die Gebühr kostet

Für eine Punktefragestellung zahlst du etwa 600 bis 1.000 Euro, für eine Alkohol- oder Drogenfragestellung 750 bis 1.100 Euro. Diese Beträge gehen an die Begutachtungsstelle, nicht an die Behörde.

Der Unterschied zwischen den beiden Zeilen liegt am medizinischen Teil. Geht es um Alkohol oder Drogen, gehören Laborwerte, eine körperliche Untersuchung und die Bewertung von Abstinenznachweisen dazu — bei einer reinen Punktefragestellung fällt dieser Aufwand weitgehend weg. Deshalb ist die Punkte-MPU die günstigste Variante.

Was viele überrascht: Die Gebühr ist nicht frei kalkuliert. Begutachtungsstellen arbeiten in einem gesetzlich geregelten Rahmen und dürfen nicht beliebig abrechnen. Das ist der Grund, warum die Preise zwischen den Anbietern erstaunlich nah beieinanderliegen — und warum es sich kaum lohnt, nach dem günstigsten Angebot zu suchen.

Was in der Gebühr enthalten ist

Das ist die Frage, die in den meisten Kostenübersichten fehlt — dabei ist sie die wichtigere. Die Gebühr ist keine Anmeldegebühr, sondern deckt den kompletten Untersuchungstag ab, inklusive der Auswertung danach.

Medizinische Untersuchung

Körperliche Untersuchung, Anamnese und je nach Fragestellung Laborwerte. Bei Alkohol gehören Leberwerte dazu, bei Drogen ein Drogenscreening am Untersuchungstag.

Leistungstest

Computergestützte Prüfung von Reaktionsfähigkeit, Konzentration und Aufmerksamkeit. Dauert rund eine Stunde und wird von den meisten unterschätzt.

Psychologisches Gespräch

Das Kernstück, meist 45 bis 90 Minuten. Hier geht es um Vorgeschichte, Ursachen und die Frage, was sich seitdem tatsächlich geändert hat.

Auswertung und schriftliches Gutachten

Die Zusammenführung aller drei Teile zu einem Bericht mit Ergebnis und Begründung. Das Gutachten ist im Preis enthalten und kein Zusatzposten.

Alle drei Teile finden in der Regel an einem Vormittag statt. Zwischen Untersuchung und fertigem Gutachten vergehen anschließend meist zwei bis vier Wochen — auch diese Auswertungszeit ist mit der Gebühr bezahlt.
Wusstest du, dass der Leistungstest separat zählt?

Er wird häufiger zum Problem als das Gespräch, gerade bei Menschen mit unregelmäßigen Arbeitszeiten. Wir bereiten dich auf alle drei Teile vor, nicht nur auf das Interview.

Vorbereitung besprechen

Was nicht enthalten ist

Hier entstehen die meisten Missverständnisse. Wer „MPU-Kosten“ hört und an die Gebühr denkt, unterschätzt die Gesamtrechnung regelmäßig um mehrere hundert Euro.

  • Abstinenznachweise0 bis 720 Euro — je nach Nachweisart und Zeitraum, läuft über Monate
  • Vorbereitungje nach Anbieter — freiwillig, aber der Posten mit dem größten Einfluss
  • Neuerteilung100 bis 200 Euro — Gebühr der Fahrerlaubnisbehörde, ganz am Ende
  • Anfahrt und Ausfallzeitindividuell — ein Vormittag plus Wege, oft ein ganzer Urlaubstag

Der größte dieser Posten ist der Abstinenznachweis — und er ist zugleich der einzige, der auch den Zeitplan bestimmt. Wie sich beides zusammensetzt, steht ausführlich in unserem Artikel zu Kosten und Dauer.

Warum die Beträge trotzdem schwanken

Wenn der Rahmen geregelt ist, warum steht dann überall eine Spanne statt einer Zahl? Dafür gibt es drei Gründe.

Die Fragestellung entscheidet über den Aufwand

Eine Alkoholfragestellung mit Abstinenznachweisen verlangt mehr ärztliche Prüfung als eine reine Punktefragestellung. Kommen mehrere Anlässe zusammen — etwa Alkohol und Drogen —, steigt der Aufwand weiter, und damit die Gebühr.

Zusatzleistungen werden getrennt abgerechnet

Ein am Untersuchungstag notwendiges Drogenscreening, eine zusätzliche Blutentnahme oder eine Nachbegutachtung nach einer Kursempfehlung sind eigene Positionen. Sie stecken nicht im Grundpreis und tauchen deshalb in manchen Rechnungen auf und in anderen nicht.

Die Stellen kalkulieren leicht unterschiedlich

Innerhalb des zulässigen Rahmens gibt es Spielraum. Die Unterschiede sind allerdings klein genug, dass sie kaum als Auswahlkriterium taugen — Wartezeit und Erreichbarkeit wiegen in der Praxis deutlich schwerer als fünfzig Euro Differenz.

Wonach du die Begutachtungsstelle auswählst

Weil die Preise nah beieinanderliegen, taugt der Betrag kaum als Entscheidungshilfe. Die Frage ist trotzdem wichtig, denn die Wahl liegt vollständig bei dir: Die Fahrerlaubnisbehörde weist dir keine Stelle zu, sie nimmt am Ende nur das Gutachten entgegen. Wer glaubt, die Behörde entscheide das, verschenkt eine Entscheidung, die ihm gehört.

  • Wartezeit auf den TerminDer mit Abstand wichtigste Punkt. Zwischen zwei Stellen können Wochen liegen, und Wochen sind in einem Verfahren mit laufender Frist mehr wert als fünfzig Euro Preisunterschied.
  • Erreichbarkeit am TermintagDu gehst dort in ein Gespräch über deine Vergangenheit. Wer zwei Stunden Anfahrt hinter sich hat und gehetzt ankommt, startet schlechter als jemand, der ausgeschlafen zehn Minuten gefahren ist.
  • Erfahrung mit deiner FragestellungAlle amtlich anerkannten Stellen prüfen nach denselben Kriterien. Trotzdem gibt es Schwerpunkte — manche bearbeiten deutlich mehr Drogenfälle als andere.
  • Terminvergabe und OrganisationWie schnell bekommst du eine Rückmeldung, wie klar sind die Unterlagen, wie verlässlich die Auswertungszeit? Das klingt nebensächlich und entscheidet in der Praxis darüber, ob dein Zeitplan hält.

In der Praxis entscheiden fast alle nach dem erstbesten freien Termin. Das ist nachvollziehbar, wenn die Frist drückt — und genau deshalb lohnt es sich, früh anzufragen. Wer sechs Wochen Vorlauf hat, kann auswählen. Wer zwei Wochen hat, nimmt, was übrig ist.

Ein praktischer Hinweis noch: Frag bei der Anfrage direkt nach der Auswertungszeit. Zwei bis vier Wochen sind üblich, aber es gibt Ausreißer nach oben — und diese Zeit läuft auf deine Frist, nicht auf die der Stelle.

Aus unserer Praxis

Wann du bezahlst — und ob du etwas zurückbekommst

Zwei Dinge müssen wir regelmäßig erklären, weil sie fast nirgends stehen: Die Gebühr ist auch bei einem negativen Gutachten fällig. Und das fertige Gutachten gehört dir, nicht der Behörde.

Bezahlt wird die Untersuchung, nicht das Ergebnis. Wer mit einem negativen Gutachten aus der Begutachtungsstelle kommt, hat denselben Betrag gezahlt wie jemand mit einem positiven. Das klingt hart, ist aber die Logik hinter jedem Gutachten: Du bezahlst die Arbeit eines Sachverständigen, nicht ein Wunschergebnis. Wer dir etwas anderes verspricht, verkauft dir etwas, das er nicht liefern kann.

Die zweite Sache ist die praktisch wichtigere. Das Gutachten wird an dich ausgehändigt, nicht automatisch an die Fahrerlaubnisbehörde. Du entscheidest, ob du es einreichst. Bei einem negativen Ergebnis heißt das: Du musst es nicht vorlegen — und die Behörde darf ein nicht vorgelegtes Gutachten auch nicht gegen dich verwerten.

Folgenlos ist das Schweigen trotzdem nicht. Hat die Behörde die MPU angeordnet und bringst du das Gutachten nicht fristgerecht bei, darf sie nach § 11 Absatz 8 der Fahrerlaubnis-Verordnung auf deine Nichteignung schließen. Bei der Neuerteilung bedeutet das die Ablehnung.
Negatives Gutachten bekommen?

Dann steht darin ziemlich genau, woran es lag — das ist unangenehm zu lesen und zugleich die beste Vorbereitung auf den zweiten Anlauf. Schick uns die Begründung, wir ordnen sie ein.

Gutachten einordnen lassen

Was ein zweiter Versuch kostet

Die volle Gebühr, noch einmal. Es gibt keinen Wiederholungsrabatt und keine Anrechnung des ersten Termins. Rechnerisch heißt das: Wer beim ersten Mal scheitert und es erneut versucht, zahlt allein an Gebühren zwischen 1.200 und 2.200 Euro.

Dazu kommt fast immer ein verlängerter Nachweiszeitraum. Steht im negativen Gutachten, dass die Abstinenz noch nicht ausreichend belegt ist, beginnt dieser Teil praktisch von vorn — mit allen Kosten und allen Monaten, die daran hängen.

Gemessen daran entscheidet sich der Preis deines Verfahrens nicht am Untersuchungstag, sondern in den Wochen davor.

Eine Ausnahme gibt es: die Kursempfehlung. Fällt das Gutachten weder klar positiv noch negativ aus, sondern sieht dich als geeignet, sofern du einen anerkannten Kurs absolvierst, brauchst du keine komplette zweite Begutachtung. Dann fallen die Kurskosten an und eine deutlich kleinere Nachbegutachtung.

Diese Variante wird in Kostenübersichten fast nie erwähnt, obwohl sie regelmäßig vorkommt. Für dich ist sie die mit Abstand günstigste Form des „nicht bestanden“: Statt erneut vierstellig zu zahlen und Monate anzuhängen, absolvierst du einen definierten Kurs und lässt das Ergebnis nachtragen. Ob sie in Frage kommt, entscheidet allein die Begutachtungsstelle — beantragen kann man sie nicht.

Wichtig ist der Unterschied zum negativen Gutachten: Bei einer Kursempfehlung ist deine Eignung im Grundsatz bejaht, es fehlt nur ein Baustein. Beim negativen Gutachten ist sie verneint, und dann führt kein Kurs daran vorbei, sondern nur eine vollständig neue Begutachtung nach ausreichend langer Aufarbeitung.

Häufige Fragen zur Gebühr

Was kostet ein MPU-Gutachten?
Je nach Anlass zwischen 600 und 1.100 Euro. Bei einer Punktefragestellung liegt die Gebühr bei etwa 600 bis 1.000 Euro, bei Alkohol oder Drogen bei 750 bis 1.100 Euro. Der Unterschied entsteht durch den aufwendigeren medizinischen Teil.
Was ist in der Gebühr enthalten?
Alle drei Teile der Untersuchung: das medizinische Gespräch mit körperlicher Untersuchung und Laborwerten, der computergestützte Leistungstest zu Reaktion und Konzentration, das psychologische Gespräch — und die Auswertung samt schriftlichem Gutachten. Das Gutachten selbst ist also kein Zusatzposten.
Muss ich die Gebühr auch bezahlen, wenn ich durchfalle?
Ja. Bezahlt wird die Untersuchung, nicht das Ergebnis. Die Gebühr ist unabhängig davon fällig, ob das Gutachten positiv, negativ oder mit Kursempfehlung ausfällt.
Wer erhebt die Gebühr — die Behörde oder die Begutachtungsstelle?
Die Begutachtungsstelle. Sie ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen und rechnet direkt mit dir ab. Die Fahrerlaubnisbehörde erhebt getrennt davon nur die Gebühr für die Neuerteilung, üblicherweise 100 bis 200 Euro.
Kann ich mir eine günstigere Stelle aussuchen?
Ja, die Wahl liegt bei dir — die Behörde weist dir keine zu. Die Preisunterschiede zwischen den amtlich anerkannten Stellen sind allerdings gering, weil sich alle im selben Rahmen bewegen. Nach Preis auszuwählen lohnt sich weniger als nach Wartezeit und Erreichbarkeit.
Zahlt die Krankenkasse etwas dazu?
Nein. Die MPU ist eine Eignungsprüfung, keine Heilbehandlung, und fällt damit nicht in die Leistungspflicht der Krankenkassen. In Einzelfällen beteiligen sich Rentenversicherung oder Jobcenter, wenn der Führerschein nachweislich Voraussetzung für eine Beschäftigung ist — das muss aber vorher beantragt werden.

Fazit

Das MPU-Gutachten kostet je nach Anlass 600 bis 1.100 Euro. Dafür bekommst du die medizinische Untersuchung, den Leistungstest, das psychologische Gespräch und das schriftliche Gutachten — mehr, als die meisten erwarten, aber weniger als die Gesamtrechnung eines MPU-Verfahrens.

Die Gebühr ist einer der wenigen Posten, an denen sich nichts drehen lässt. Beeinflussen kannst du dafür etwas anderes: ob du sie einmal zahlst oder zweimal.

Einmal zahlen statt zweimal

Wir sagen dir vor dem Termin ehrlich, ob dein Fall trägt — und wenn nicht, was noch fehlt. Das kostet dich ein Gespräch und spart im Zweifel eine vierstellige Summe.

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