MPU-Durchfallquote: wie viele bestehen wirklich?
Die Zahlen, mit Quelle und Jahr, ohne Rundung. Und die ehrliche Einordnung, was sie über deinen eigenen Fall sagen – und was nicht.
Von MPU Nothilfe · Stand 27. September 2026 · Lesezeit rund 8 Minuten
Wo stehst du – jenseits der Statistik?
Die Quote beschreibt den Jahrgang, nicht dich. Sag uns deinen Anlass – wir schätzen deinen Stand ehrlich ein.
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Inhalt · 10 Abschnitte
- 01Die Zahl vorweg, mit Quelle
- 02Wie sich die Quote nach Anlass unterscheidet
- 03Erst- und Wiederholungsversuch im Vergleich
- 04Warum die Quote nichts über deinen Fall sagt
- 05Was die Bestandenen anders gemacht haben
- 06Unsere eigene Quote und wie sie zustande kommt
- 07Was du diese Woche tun kannst
- 08Häufige Fragen zur MPU-Durchfallquote
- 09Fazit
- 10Quellen und weiterführende Seiten
- Ungeeignet 202439,4 % von 75.257 Begutachteten (BASt)
- Geeignet 202456,2 %, dazu 4,4 % nachschulungsfähig
- Höchste QuoteAlkohol mit Verkehrs- oder Strafdelikten: 51,5 % ungeeignet
- Was fehlteine amtliche Zahl zu Erst- und Wiederholungsversuch
Die Zahl vorweg, mit Quelle
Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 75.257 medizinisch-psychologische Untersuchungen durchgeführt. 39,4 % der Begutachteten wurden als ungeeignet eingestuft, 56,2 % als geeignet und 4,4 % als nachschulungsfähig.
Quelle ist die Jahresstatistik „Begutachtung der Fahreignung 2024“ der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt), veröffentlicht im November 2025. Sie wertet die Gutachten aller 14 aktiven amtlich anerkannten Träger von Begutachtungsstellen aus und ist die einzige bundesweite Zahl, die es gibt. Eine Auswertung für 2025 lag zum Stand dieses Artikels noch nicht vor. Die vollständige Statistik kannst du als PDF bei der BASt nachlesen.
Drei Ergebnisse, nicht zwei
„Durchfallquote“ ist kein amtlicher Begriff. Die Statistik kennt drei Ausgänge. Geeignet heißt: Das Gutachten ist positiv. Ungeeignet heißt: Das Gutachten ist negativ, die Zweifel an der Fahreignung sind nicht ausgeräumt. Nachschulungsfähig liegt dazwischen: Das Gutachten empfiehlt einen Kurs zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung nach § 70 FeV, und wer ihn abschließt, kann die Fahreignung darüber wiedererlangen.
Wer die Durchfallquote sucht, meint meistens die 39,4 %. Wer „nicht bestanden“ weiter fasst und die Nachschulungsfälle dazurechnet, weil sie eben kein positives Gutachten in der Hand haben, kommt auf einen höheren Anteil. Beide Lesarten sind vertretbar, solange man sagt, welche man meint.
Stabil über die Jahre
Im Vorjahr sah es fast gleich aus: 2023 waren 56,6 % geeignet und 39 % ungeeignet, der Anteil der Kursempfehlungen lag ebenfalls bei 4,4 %. Deutlich verändert hat sich dagegen die Zahl der Untersuchungen. Sie sank zum dritten Mal in Folge: von 90.863 im Jahr 2021 über 87.180 und 82.261 auf 75.257 im Jahr 2024.
Wie sich die Quote nach Anlass unterscheidet
Die 39,4 % sind ein Durchschnitt über sehr verschiedene Gruppen. Aufgeschlüsselt nach Anlass liegen die Anteile deutlich auseinander. Hier die sechs größten Gruppen, sortiert nach dem Anteil negativer Gutachten, alle Werte aus der BASt-Statistik für 2024.
- ungeeignet51,5 %
- geeignet44,2 %
- nachschulungsfähig4,3 %
- Begutachtungen 20242.536
- ungeeignet47,9 %
- geeignet46,1 %
- nachschulungsfähig6,0 %
- Begutachtungen 20247.039
- ungeeignet42,8 %
- geeignet57,2 %
- nachschulungsfähig0,0 %
- Begutachtungen 20243.551
- ungeeignet42,0 %
- geeignet58,0 %
- nachschulungsfähig0,0 %
- Begutachtungen 202412.442
- ungeeignet38,3 %
- geeignet53,3 %
- nachschulungsfähig8,4 %
- Begutachtungen 202422.667
- ungeeignet38,1 %
- geeignet57,2 %
- nachschulungsfähig4,7 %
- Begutachtungen 202415.967
Zusammengefasst lagen alle Alkohol-Fragestellungen bei 41,5 % ungeeignet und alle Fragestellungen mit Betäubungsmitteln, Cannabis oder Medikamenten bei 39,2 %.
Drei Dinge, die in den Zahlen stecken
Kombinationen sind am schwersten. Wer mit Alkohol und zusätzlich mit anderen Verkehrs- oder Strafdelikten auffällig war, hatte 2024 mit 51,5 % die höchste Quote negativer Gutachten unter den größeren Gruppen. Das passt zu dem, was in der Begutachtung geprüft wird: Je mehr Bereiche betroffen sind, desto mehr muss sich nachvollziehbar verändert haben.
Bei Punkten gibt es keinen Mittelweg. In den Gruppen Verkehrsauffälligkeiten und sonstige strafrechtliche Auffälligkeiten liegt der Anteil nachschulungsfähiger Gutachten bei 0,0 %. Das Ergebnis ist dort praktisch immer entweder geeignet oder ungeeignet. Wer wegen Punkten zur MPU geht, hat keine Zwischenstufe, die einen negativen Ausgang abfedert.
Ein Anlass zieht den Schnitt nach unten. In der Gesamtzahl stecken auch 3.848 Begutachtungen wegen einer Ausnahme vom Mindestalter, und dort waren 95,0 % geeignet. Mit einer Verkehrsauffälligkeit hat diese Gruppe nichts zu tun. Ohne sie läge die Quote negativer Gutachten für die klassischen Anlässe höher als 39,4 %.
Der Einbruch bei Cannabis
Die Zahl der Begutachtungen wegen Betäubungsmitteln, Cannabis und Medikamenten ist von 23.431 im Jahr 2023 auf 15.967 im Jahr 2024 gefallen, ein Minus von 31,9 %. Einen Grund nennt die BASt in ihrem Bericht nicht. Zeitlich fällt der Rückgang mit der Cannabis-Legalisierung im April 2024 zusammen, mit der auch die Regeln zur Fahreignung bei Cannabis neu gefasst wurden (§ 13a FeV). Mehr dazu steht in unserem Artikel zur Cannabis-MPU.
Erst- und Wiederholungsversuch im Vergleich
Die ehrliche Antwort zuerst: Eine amtliche Zahl dazu gibt es nicht. Die BASt-Statistik zählt die Untersuchungen eines Jahres. Ob jemand zum ersten oder zum dritten Mal dort sitzt, weist sie nicht aus.
Das ist wichtig, weil im Netz trotzdem Quoten für den ersten und zweiten Versuch kursieren, oft ohne Jahr und ohne nachvollziehbare Quelle. Wir nennen hier keine davon. Eine Zahl, deren Herkunft niemand prüfen kann, hilft dir bei einer so wichtigen Entscheidung nicht weiter.
Der häufigste Lesefehler
In der Statistik gibt es die Gruppe „Alkohol wiederholt“ mit 47,9 % ungeeignet. Sie wird regelmäßig als „zweiter Versuch bei der Alkohol-MPU“ gelesen. Das ist falsch. Gemeint sind Menschen, die mehrfach mit Alkohol auffällig geworden sind, zum Beispiel mit zwei Trunkenheitsfahrten. Ob sie die MPU zum ersten Mal machen, sagt die Gruppe nicht.
Was ein zweiter Versuch mitbringt
Qualitativ lässt sich trotzdem etwas sagen. Wer ein negatives Gutachten bekommen hat, hält etwas in der Hand, das beim ersten Mal fehlte: eine schriftliche Begründung, woran es gelegen hat. Das ist unangenehm zu lesen, aber es ist die genaueste Anleitung, die es für den nächsten Anlauf gibt. Wie du ein solches Gutachten liest, steht in MPU-Gutachten lesen, und was danach zu tun ist, in MPU durchgefallen.
Umgekehrt steigt beim zweiten Mal der Druck. Die Gebühr fällt erneut an, bei Alkohol oder Drogen 750 bis 1.100 €, bei Punkten 600 bis 1.000 €. Und oft ist ein Nachweiszeitraum neu zu beginnen oder zu verlängern. Ein zweiter Versuch ist also keine Wiederholung derselben Prüfung, sondern ein neues Verfahren mit mehr Vorgeschichte.
Warum die Quote nichts über deinen Fall sagt
Eine Quote von 39,4 % klingt, als hätte jeder Einzelne dasselbe Risiko, am Ende ohne positives Gutachten dazustehen. So funktioniert die Zahl nicht. Sie beschreibt, wie ein Jahrgang von über 75.000 sehr verschiedenen Menschen abgeschnitten hat. In diesem Jahrgang sitzen Menschen, die sich monatelang vorbereitet haben, neben Menschen, die am Morgen zum ersten Mal über ihre Vorgeschichte nachdenken.
Welcher Anteil vorbereitet war, erfasst die Statistik nicht. Sie erfasst auch nicht, wie viele mit unvollständigen Nachweisen angetreten sind oder ohne ihre Akte zu kennen. Was sie zeigt, ist ein Durchschnitt über alle diese Ausgangslagen, und du bist nicht der Durchschnitt. Du bist ein Fall mit einer bestimmten Fragestellung, einer bestimmten Akte und einem bestimmten Stand der Aufarbeitung.
Die Zahlen nach Anlass sind etwas näher an dir dran, aber auch sie mischen. „Alkohol erstmalig“ umfasst den einmaligen Ausrutscher mit 1,6 Promille ebenso wie jemanden, bei dem die Akte Hinweise auf eine verfestigte Trinkgewohnheit enthält. Beide stehen in derselben Zeile, und ihre Ausgangslagen haben wenig miteinander zu tun.
Was die Bestandenen anders gemacht haben
Eine Statistik darüber gibt es nicht. Was wir aus über 165 begleiteten Verfahren mit positivem Gutachten regelmäßig sehen, lässt sich aber in vier Punkten zusammenfassen.
- Sie sind hingegangen, als sie bereit warenNicht, als die Frist der Behörde ablief. Wer knapp vor Fristende antritt, weil er muss, geht oft mit offenen Baustellen hinein.
- Sie kannten ihre AkteJede Zahl, jedes Datum, jede frühere Maßnahme. Wer sich im Gespräch an der eigenen Akte reibt, erzeugt genau die Widersprüche, nach denen gefragt wird.
- Ihre Nachweise passten zur FragestellungLückenlos, im richtigen Zeitraum, von einer anerkannten Stelle. Ein fehlender Befund lässt sich im Gespräch nicht wegreden.
- Sie konnten das Warum erklären, nicht nur das WasNicht „ich trinke nicht mehr“, sondern warum es früher so war und was sich an den Ursachen geändert hat.
Auffällig ist der erste Punkt. Viele negative Verläufe, die wir später in der Gutachtenanalyse sehen, beginnen nicht mit einer falschen Antwort, sondern mit einem falschen Zeitpunkt. Die Behörde setzt eine Frist, und die Frist fühlt sich an wie der Prüfungstermin. Dabei ist sie nur der Zeitraum, in dem das Gutachten vorliegen muss. Wer merkt, dass er nicht fertig ist, hat mehr Möglichkeiten als das blinde Antreten – welche, hängt vom Einzelfall ab und gehört vorher geklärt.
Die ausführliche Anleitung für den ersten Anlauf steht in MPU beim ersten Versuch bestehen.
Eine Quote sagt dir das nicht. Ein Blick auf deine Fragestellung, deine Nachweise und deine Akte schon. Das erste Gespräch dazu ist kostenlos.
Unsere eigene Quote und wie sie zustande kommt
Auf unseren Seiten steht eine Zahl, die neben der BASt-Statistik fast unglaubwürdig wirkt: 98,31 %. Deshalb gehört sie hier eingeordnet, und zwar ehrlich.
Die 98,31 % sind unsere eigene Kennzahl über die Verfahren, die wir in der Vorbereitung begleitet haben. Über 165 davon endeten mit einem positiven Gutachten. Es ist keine amtliche Zahl, sondern unsere eigene Erhebung, und sie misst etwas anderes als die BASt.
- Wer zähltalle Begutachteten eines Jahres
- Anzahl75.257
- Vorbereitetunbekannt, nicht erfasst
- QuelleBundesanstalt, amtlich
- Wer zähltnur von uns begleitete Verfahren
- Positive Gutachtenüber 165
- Vorbereitetalle, 1:1
- Quelleeigene Erhebung
Der Unterschied erklärt sich vor allem aus der Auswahl. In unsere Zahl gehen nur Menschen ein, die sich bewusst für eine Vorbereitung entschieden haben und sie durchgezogen haben. Das ist eine andere Gruppe als der Gesamtjahrgang, und deshalb wäre es unredlich, die beiden Zahlen gegeneinanderzustellen, als hätten wir die Durchfallquote auf einen Bruchteil gesenkt.
Was die Zahl dir sagen kann: dass eine gründliche Vorbereitung für die allermeisten, die sie machen, zu einem positiven Ergebnis führt. Was sie dir nicht sagen kann: wie dein eigener Fall ausgeht. Das kann niemand versprechen, auch wir nicht. Das Gutachten schreibt die Begutachtungsstelle.
Was du diese Woche tun kannst
Statt dich an einer Durchschnittszahl festzuhalten, kannst du in wenigen Schritten herausfinden, wo du selbst stehst.
- Die Fragestellung in deiner Anordnung lesenSie sagt dir, zu welcher Anlassgruppe du gehörst. Erst dann sind die Zahlen oben für dich überhaupt einzuordnen.
- Die Frist mit deinem Stand abgleichenReicht die Zeit für Nachweise und Aufarbeitung? Wenn nicht, kläre früh, welche Möglichkeiten du hast – nicht in der letzten Woche.
- Nach einem negativen Gutachten die Begründung lesenSatz für Satz. Sie ist die konkreteste Information, die du für den nächsten Anlauf bekommen kannst.
- Bei Punkten den Registerauszug holenKostenlos beim Kraftfahrt-Bundesamt. Was er über Abbau und Tilgung verrät, steht in Punkte in Flensburg abbauen.
Häufige Fragen zur MPU-Durchfallquote
Wie hoch ist die MPU-Durchfallquote?
Bei welchem Anlass fallen die meisten durch?
Was bedeutet nachschulungsfähig?
Wie viele bestehen die MPU beim zweiten Versuch?
Wie viele MPUs gibt es pro Jahr?
Ist die Quote von 98,31 % mit der BASt-Zahl vergleichbar?
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Fazit
Laut BASt wurden 2024 39,4 % der 75.257 Begutachteten als ungeeignet eingestuft, 56,2 % als geeignet und 4,4 % als nachschulungsfähig. Nach Anlass reicht die Spanne bei den großen Gruppen von 38,1 % bis 51,5 % negativer Gutachten. Eine amtliche Zahl zum ersten oder zweiten Versuch gibt es nicht.
Für deinen eigenen Fall ist die Quote ein Hintergrund, keine Prognose. Was zählt, ist, ob deine Akte, deine Nachweise und deine Darstellung zusammenpassen – und ob du hingehst, wenn du bereit bist, nicht nur, wenn die Frist abläuft.
Nicht zum Durchschnitt gehören
Wir schauen mit dir auf Fragestellung, Nachweise und Akte und sagen dir ehrlich, wo du stehst und was bis zum Termin noch fehlt.
Kostenlose ErsteinschätzungOder direkt anrufen: 015560 832868Kostenlos · Unverbindlich · DiskretQuellen und weiterführende Seiten
Rechtsgrundlagen: § 11 FeV (Gutachten) · § 70 FeV (Kurse zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung). Preisangaben aus eigener Erhebung, Stand 27. September 2026.