Führerschein nach der MPU wiederbekommen — Schritt für Schritt
Das positive Gutachten liegt vor. Was viele nicht wissen: Damit fängt der Behördenteil erst an — und der dauert regelmäßig länger, als alle einplanen.
Von MPU Nothilfe · Stand 29. August 2026 · Lesezeit rund 7 Minuten
- Automatisch geht nichtsdie Fahrerlaubnis muss neu beantragt werden
- Dauerzwei bis sechs Wochen ab Antragstellung, oft mehr
- Gebühr100 bis 200 Euro bei der Fahrerlaubnisbehörde
- Gültigkeit des Gutachtensin der Praxis rund ein Jahr — nicht liegen lassen
Inhalt:
Du hast das Gutachten — und jetzt?
Das Gutachten wird dir ausgehändigt, nicht der Behörde. Solange du es nicht einreichst, weiß dort niemand, dass es existiert. Der erste Schritt ist deshalb nicht Warten, sondern Handeln.
Das überrascht viele. Nach Monaten Vorbereitung, Nachweisen und einem anstrengenden Untersuchungstag fühlt sich das positive Gutachten wie die Ziellinie an. Tatsächlich ist es der Nachweis, den du für den eigentlichen Antrag brauchst — und den musst du selbst stellen.
Praktisch heißt das: Original oder beglaubigte Kopie bereithalten, den Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis stellen und beides zusammen einreichen. Erst mit diesem Antrag beginnt bei der Behörde ein Vorgang.
Der Antrag bei der Behörde
Welche Unterlagen genau verlangt werden, unterscheidet sich zwischen den Behörden. Diese Liste deckt ab, was in den meisten Fällen zusammenkommt — frag im Zweifel vorher nach, statt zweimal hinzufahren.
- Antrag auf NeuerteilungFormular der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde, oft online abrufbar. Manche Behörden verlangen persönliche Vorsprache mit Termin.
- Das MPU-GutachtenIm Original oder als beglaubigte Kopie. Ohne geht es nicht weiter.
- Gültiger AusweisPersonalausweis oder Reisepass mit Meldebescheinigung.
- Biometrisches PassfotoAktuell, nach den üblichen Vorgaben.
- SehtestIn der Regel erneut erforderlich, wenn der alte zu lange zurückliegt.
- Erste-Hilfe-NachweisWird bei länger zurückliegendem Entzug häufig neu verlangt.
- KarteikartenauszugNur wenn du seit dem Erwerb der Fahrerlaubnis umgezogen bist — dann von der früher zuständigen Behörde.
Ein Detail, das oft übersehen wird: Zuständig ist immer die Behörde deines Wohnorts, nicht die deines Arbeitsorts und nicht die, bei der du den Führerschein ursprünglich gemacht hast. Wer im Kreis wohnt und in der Großstadt arbeitet, landet regelmäßig bei der falschen Adresse. Welche für dich zuständig ist, steht auf jeder unserer Standortseiten.
Wie lange es wirklich dauert
Das ist der Punkt, an dem in unseren Verfahren am häufigsten Zeit verloren geht — und der in keinem Ratgeber steht, weil alle mit dem Gutachten aufhören. Die Fahrerlaubnisbehörde braucht länger, als praktisch jeder einplant.
Zwei bis sechs Wochen ab Antragstellung sind der Normalfall. In stark ausgelasteten Behörden, nach Umzügen oder wenn Unterlagen nachgefordert werden, kann daraus deutlich mehr werden. Wer den Antrag mit der Erwartung stellt, in ein paar Tagen wieder fahren zu können, plant an der Realität vorbei — und bucht mitunter schon Termine, die er dann nicht wahrnehmen kann.
Dazu kommt: Vieles davon lässt sich nicht beschleunigen, aber einiges eben doch. Wer die Behörde vor der Untersuchung anspricht und fragt, welche Unterlagen für die Neuerteilung nötig sind, kann alles parallel besorgen. Sehtest und Erste-Hilfe-Kurs brauchen keinen Gutachtenbescheid — die kann man erledigen, während das Gutachten noch in der Auswertung ist.
Wer stattdessen erst nach dem Gutachten anfängt, sich zu erkundigen, verliert genau die Wochen, die diese Nebenwege kosten. Und das sind die Wochen, die am Ende niemand mehr aufholt.
Fristen, Unterlagen, Reihenfolge — das ist der Teil, an dem Zeitpläne kippen. Sprich mit uns, bevor du deinen Termin machst, nicht danach.
Was du erledigen kannst, bevor das Gutachten da ist
Zwischen Untersuchung und fertigem Gutachten liegen zwei bis vier Wochen. Diese Zeit ist für die meisten reines Warten — dabei lässt sich fast alles, was die Behörde später verlangt, genau jetzt besorgen.
- SehtestBei jedem Optiker oder Augenarzt, dauert zehn Minuten und kostet wenige Euro. Braucht keinen Gutachtenbescheid — erledigt, während das Gutachten ausgewertet wird.
- Erste-Hilfe-KursEin Tag, viele Anbieter auch am Wochenende. Wird bei länger zurückliegendem Entzug fast immer neu verlangt.
- PassfotoBiometrisch, aktuell. Kostet zehn Minuten und wird garantiert gebraucht.
- KarteikartenauszugNur wenn du seit dem Erwerb umgezogen bist. Die Anforderung bei einer früheren Behörde dauert selbst wieder Wochen — deshalb früh starten.
- Antragsformular besorgenViele Behörden stellen es online bereit. Wer es vorher ausfüllt, spart beim Termin eine Runde.
Der Unterschied in der Praxis ist erheblich. Wer mit vollständigen Unterlagen zum ersten Termin erscheint, hat einen Vorgang, der direkt bearbeitet werden kann. Wer nachreichen muss, wartet auf den nächsten Bearbeitungsdurchlauf — und der liegt selten in derselben Woche.
Die Unterlagenliste hängt an deiner Vorgeschichte und an der zuständigen Behörde. Wir klären das mit dir, bevor du zum Termin fährst.
Was die Neuerteilung kostet
Die Verwaltungsgebühr liegt in aller Regel bei 100 bis 200 Euro. Sie fällt bei der Fahrerlaubnisbehörde an und ist getrennt von der Gebühr der Begutachtungsstelle zu sehen.
Dazu kommen je nach Fall kleinere Posten: ein neuer Sehtest, ein Erste-Hilfe-Kurs, eine beglaubigte Kopie des Gutachtens. Zusammen bewegt sich das im niedrigen dreistelligen Bereich — verglichen mit dem Rest des Verfahrens ein kleiner Betrag, der aber am Ende trotzdem zu bezahlen ist.
Wie sich die Neuerteilungsgebühr in die Gesamtrechnung einfügt, steht in unserem Artikel zu Kosten und Dauer. Kurz gesagt: Sie ist der letzte Posten und der einzige, der erst nach dem positiven Gutachten anfällt.
Wenn noch etwas dazukommt
Die Kursempfehlung im Gutachten
Fällt das Gutachten nicht klar positiv aus, sondern sieht dich als geeignet, sofern du einen anerkannten Kurs absolvierst, brauchst du keine komplette zweite Begutachtung. Du belegst den Kurs, lässt die Teilnahme bestätigen und reichst beides ein. Rechtsgrundlage sind die besonderen Aufbauseminare und Kurse zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung.
Die Fahrprobe
Bei sehr langem Entzug — als grobe Linie ab etwa zwei Jahren — oder bei Zweifeln an den praktischen Fertigkeiten kann die Behörde eine Fahrprobe verlangen. Das ist keine erneute Fahrprüfung im klassischen Sinn, sondern eine Überprüfung der Fahrpraxis. Wer jahrelang nicht gefahren ist, sollte vorher ein paar Übungsstunden einplanen.
Auflagen im Führerschein
In manchen Fällen wird die Fahrerlaubnis mit Auflagen erteilt, etwa mit befristeten Nachuntersuchungen. Das steht dann im Bescheid, und es lohnt sich, diesen Teil genau zu lesen: Wer eine Auflage übersieht, riskiert den erneuten Entzug.
Drei Sonderfälle
Das Gutachten ist älter als ein Jahr
Eine gesetzliche Gültigkeitsfrist gibt es nicht, in der Praxis akzeptieren Behörden ein Gutachten aber etwa ein Jahr. Danach kann eine erneute Begutachtung verlangt werden — mit allen Kosten, die daran hängen. Deshalb: nach der Untersuchung zügig beantragen, nicht liegen lassen.
Umzug während des Verfahrens
Zieht man um, wird die Behörde des neuen Wohnorts zuständig, und die Akte muss übergeben werden. Das kostet regelmäßig mehrere Wochen. Wer einen Umzug plant, sollte den Antrag möglichst vorher stellen oder die Behörde früh informieren.
Die Sperrfrist läuft noch
Hat ein Gericht eine Sperrfrist verhängt, kann vor deren Ablauf keine Fahrerlaubnis erteilt werden — auch nicht mit positivem Gutachten. Der Antrag kann allerdings vorher gestellt werden, üblicherweise einige Monate vor Ablauf, damit die Bearbeitung parallel läuft. Mehr dazu steht in unserem Artikel zur Sperrfrist.
Häufige Fragen zur Neuerteilung
Wie lange dauert es nach der MPU bis zum Führerschein?
Bekomme ich den Führerschein automatisch zurück?
Was kostet die Neuerteilung?
Muss ich die Fahrprüfung wiederholen?
Wie lange ist ein MPU-Gutachten gültig?
Was passiert, wenn ich während des Verfahrens umziehe?
Fazit
Mit dem positiven Gutachten ist die schwierigste Etappe geschafft — die letzte ist es nicht. Es folgt ein Verwaltungsverfahren, das zwei bis sechs Wochen dauert, eine Gebühr von 100 bis 200 Euro kostet und einen Antrag verlangt, den niemand für dich stellt.
Der beste Zeitpunkt, sich darum zu kümmern, ist nicht nach der Untersuchung, sondern davor. Sehtest, Erste-Hilfe-Kurs und die Unterlagenliste lassen sich erledigen, während das Gutachten noch ausgewertet wird. Wer das tut, hält am Ende Wochen früher seinen Führerschein in der Hand.
Den Behördenteil von Anfang an mitplanen
Wir begleiten nicht nur bis zum Gutachten, sondern denken die Neuerteilung von Beginn an mit — inklusive der Unterlagen, die man vorher besorgen kann.
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Rechtsgrundlagen: § 20 Fahrerlaubnis-Verordnung (Neuerteilung) · § 11 Fahrerlaubnis-Verordnung. Preisangaben aus eigener Erhebung, Stand 29. August 2026.